Käte Hamburger im Kontext

Wissenschaftliches Kolloquium im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Stuttgart Kooperation der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, des Deutschen Literaturarchivs Marbach und der Universität Stuttgart 8. November 2012, Universität Stuttgart, Keplerstr. 17

Organisation: Claudia Löschner, Andrea Albrecht

Käte Hamburger-Arbeitsstelle des SCR Text Studies, Univ. Stuttgart

Personalbibliographie

Käte Hamburger – deren Todestag sich im April 2012 zum zwanzigsten Mal gejährt hat – zählt zu den bedeutenden Anregerinnen der modernen Literaturwissenschaft. Ihre theoretischen Arbeiten sind immer wieder als innovative, radikal mit der Tradition brechende Impulse gewertet worden, die die Modernisierung und Verwissenschaftlichung der Philologien maßgeblich vorangebracht hätten. Zugleich waren ihre Schriften aber auch Anlass heftiger Kritik: Hamburgers Darstellungsstil, vor allem in „Die Logik der Dichtung“, wurde als schwer- und missverständlich, ihre Argumentation als zu apodiktisch und monologisch bezeichnet. Dabei weiß die literaturwissenschaftliche Fachgeschichte immer noch ausnehmend wenig über die theoriegeschichtlichen und systematischen Kontexte, aus denen sich Hamburgers Werk speist. Den in ihre Texte eingestreuten Referenzen auf beispielsweise die allgemeine Kunstwissenschaft der 1920er Jahre, die philosophische Ästhetik des Neukantianismus, die Phänomenologie, die Denkpsychologie oder auch die Existenzphilosophie der 1930er und 1940er Jahre ist bislang nur sehr vereinzelt Aufmerksamkeit geschenkt worden. – Der Workshop macht einen Vorstoß, dieses Desiderat aufzuarbeiten und in der Zusammenführung verschiedener literaturtheoretischer und philosophiehistorischer Perspektiven Käte Hamburgers Denkansatz im Kontext seiner Entstehung zu rekonstruieren.

Publikation:
Andrea Albrecht/Claudia Löschner (Hg.), Käte Hamburger. Kontext, Theorie und Praxis. Berlin 2015

Kontakt: Andrea Albrecht, Claudia Löschner