{"id":321,"date":"2015-01-04T15:21:33","date_gmt":"2015-01-04T14:21:33","guid":{"rendered":"http:\/\/serverle.ilw.uni-stuttgart.de\/fheh\/?page_id=321"},"modified":"2017-02-12T10:27:01","modified_gmt":"2017-02-12T09:27:01","slug":"kontrafaktische-imaginationen-in-der-wissensgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fheh.org\/?page_id=321","title":{"rendered":"Kontrafaktische Imaginationen in der Wissensgeschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><b><span style=\"font-style: inherit;\">Bearbeitung: Andrea Albrecht, Lutz Danneberg<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Bei der Untersuchung von kontrafaktischer Imaginationen soll der Ausdruck ,Imagination\u2019 als nicht problematisch gelten, wohingegen es zu charakterisieren gilt, wann Imaginationen\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">kontrafaktisch\u00a0<\/em>sind. Obwohl im Mittelalter einige der Imaginationen, die sich als kontrafaktische ansprechen lassen, unter Ausdr\u00fccken wie\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">quaestiones secundum imaginationem<\/em>,<em style=\"font-weight: inherit;\">\u00a0per impossibile\u00a0<\/em>oder<em style=\"font-weight: inherit;\">positio impossibilis<\/em>\u00a0verhandelt finden, scheint es nicht unwichtig, anzugeben, was unter\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">kontrafaktischen Imaginationen<\/em>\u00a0zu verstehen ist. Denn zum Problem werden solche Imaginationen nicht allein angesichts ihrer Bestimmung, sondern vornehmlich dann, wenn man die Kontexte ihrer Verwendung sieht und die Frage stellt, was ihre Verwendung hierbei motiviert, und man zugleich feststellt, dass kontrafaktische Imaginationen alles andere als selten sind. Auf den ersten Blick r\u00e4tselhaft sind sie gerade wegen des Kontextes ihrer Verwendung, wenn dieser Kontext sichere Signale daf\u00fcr bietet, dass er als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">argumentativ<\/em>\u00a0zu verstehen ist, mithin in ihm ein Wahrheitsanspruch verfolgt wird.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Bislang hat in der Philosophie- wie Wissenschaftsgeschichte (wenn \u00fcberhaupt) das, was als kontrafaktische Imaginationen anzusehen ist, nur wenig Aufmerksamkeit gefunden, und wenn, dann immer nur punktuell angesichts bestimmter Verwendungsweisen \u2013 etwa als ,Gedankenexperimente\u2019. Doch die historischen Formen gedankenexperimentellen Argumentierens sind mit dem kontrafaktischen Imaginieren nur verschwistert. Es sind mithin nicht beliebige Imaginationen, um die es geht, sondern solche, die als besonders abweichend erscheinen.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Sollen verschiedene Arten von Imaginationen unterschieden werden, so bedarf es eines relationalen Bezugspunktes. Aufgrund ihres Auftretens in argumentativen Kontexten liegt als ein solcher Bezugspunkt das zeit-, orts- und personenbezogene Anerkennen von Wissen(sanspr\u00fcchen) nahe. Dieser Bezugspunkt ist mithin ver\u00e4nderlich, und bereits daraus folgt, dass etwas, das zu einem bestimmten Zeitpunkt als kontrafaktische Imagination angesehen wird, bei ver\u00e4ndertem Wissen diesen Charakter verlieren kann. Es sind allerdings noch zwei Unklarheiten zu beheben: beim Ausdruck\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Wissen<\/em>\u00a0und bei dem, was als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">geteiltes<\/em>\u00a0Wissen gilt. Aufgrund der angenommenen Ver\u00e4nderlichkeit meint in der Rekonstruktionssprache\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Wissen<\/em>\u00a0immer Wissens<em style=\"font-weight: inherit;\">anspruch<\/em>, und als<em style=\"font-weight: inherit;\">Wissensanspruch<\/em>\u00a0zu einer bestimmten Zeit sollen solche kognitiven Einheiten aufgefasst werden, \u00fcber die man sich in der Zeit streiten konnte oder auch gestritten hat \u2013 das schlie\u00dft immer Stimmen ein, die bestimmte Wissensanspr\u00fcche durch Ausgrenzung zu entproblematisieren suchten. Beim Streit um die Erdbewegungen handelt es sich dann ebenso um einen Streit um<em style=\"font-weight: inherit;\">Wissens<\/em>anspr\u00fcche wie bei dem um die Bedeutung der Einsetzungsworte beim Abendmahl oder bei den Kontroversen zur biblischen Chronologie.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Wenn ein Wissensanspruch strittig ist \u2013 und nach der hier gew\u00e4hlten Rekonstruktionssprache handelt es sich um eine notwendige Bedingung f\u00fcr einen solchen \u2013, dann setzt das immer andere Wissensanspr\u00fcche voraus, die man in der Zeit nicht f\u00fcr falsch h\u00e4lt. In der Sprache der Akteure gibt es also Wissens<em style=\"font-weight: inherit;\">anspr\u00fcche<\/em>, die sie als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Wissen<\/em>\u00a0ansehen. Das f\u00fchrt zur zweiten zu behebenden Unklarheit, die sich auf das\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">geteilte<\/em>\u00a0Wissen bezieht. Im wesentlichen handelt es sich dabei um epistemische Einstellungen gegen\u00fcber kognitiven Einheiten, also in der gew\u00e4hlten Rekonstruktionssprache: gegen\u00fcber Wissensanspr\u00fcchen. Diese epistemischen Einstellungen lassen sich klassifizieren, und dabei l\u00e4sst sich weitgehend auf die von den Akteuren verwendeten Konzepte zur\u00fcckgreifen. Zwar unterliegen auch sie einem historischen Wandel, doch sind sie zumindest in dem Zeitraum, auf den sich das Projekt weitgehend, wenn auch nicht ausschlie\u00dflich konzentriert, in den oberen R\u00e4ngen der Hierarchie vergleichsweise stabil.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">An der Spitze der Hierarchie steht ein Wissen, von dem man annimmt, dass der Mensch naturhaft schon in seinem Besitz sei, es ist, wenn man so will, das dem Verstand naturhaft vertraute, seinsm\u00e4\u00dfig bekannte Wissen \u2013 so die ersten unbeweisbaren Prinzipien der Beweise wie etwa: ,was ist, kann nicht zugleich nicht sein\u2019 oder ,das Ganze ist gr\u00f6\u00dfer als seine Teile\u2019. Dieses Wissen gilt als unbezweifelbar gewiss \u2013 als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo mathematica<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">metaphysica<\/em>\u00a0(<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cma); darunter rangiert das Wissen, das zwar als weniger gewiss, aber als sicher wahr gilt \u2013 bezeichnet als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo physicalis<\/em>\u00a0(<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cp); darunter findet sich das Wissen, bei dem eine f\u00fcr das Handeln ausreichende Gewissheit gesehen wird \u2013 bezeichnet als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo<\/em>\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">practica<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo moralis<\/em>\u00a0(<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cmo); darauf folgen die Wissensanspr\u00fcche, die wahrscheinlicher (<em style=\"font-weight: inherit;\">probabilior<\/em>) ihre Konkurrentinnen sind (<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>pp); schlie\u00dflich solche Wissensanspr\u00fcche, die im Unterschied zu nichtwahrscheinlichen nur als wahrscheinlich gelten (<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>p). Es lassen sich nun grob die folgenden Zuordnungen hinsichtlich des Konflikts mit den unterschiedenen Stufen der Gewissheitshierarchie vornehmen:<\/p>\n<ul style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Wenn mit\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cma in Konflikt, dann handelt es sich um\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">unsinnige Imaginationen<\/em><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Wenn mit\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cp in Konflikt, dann handelt es sich um\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">kontrafaktische Imaginationen<\/em><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Wenn mit\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cmo in Konflikt, dann handelt es sich um\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">hypothetische Imaginationen<\/em><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Wenn mit\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>pp in Konflikt, dann handelt es sich um\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">alternative Hypothesen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><b><span style=\"font-style: inherit;\">I<\/span><\/b>maginationen sind mithin kontrafaktisch \u2013 und nicht etwa hypothetisch \u2013, wenn sie mit Wissensanspr\u00fcchen im Modus der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo physicalis<\/em>\u00a0konfligieren. Es handelt sich bei dem, was kontrafaktischen Imaginationen ihren speziellen Charakter verleiht, zudem um Wissensanspr\u00fcche, die selbst nicht wahrscheinlich sind und daher auch in Konflikt stehen mit solchen, die als<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>cmo oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">W<\/em>pp epistemisch beurteilt werden. W\u00e4hrend\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">kontrafaktisch<\/em>\u00a0das Produkt des Imaginierens charakterisiert, braucht das Imaginieren als Vorgang keiner zus\u00e4tzlichen Bestimmung. Bei ihm k\u00f6nnen beispielsweise\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Abstraktionen<\/em>oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Idealisierungen<\/em>\u00a0beteiligt sein, ohne dass sie immer zu kontrafaktischen Imaginationen f\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Im Vergleich zu ,Begriff\u2019 und ,Metapher\u2019 bildet die kontrafaktische Imagination genau die Mitte: Wie die begriffliche Darstellungsweise ist die kontrafaktische nichtmetaphorisch, aber ihr fehlt der explizite Wahrheitsanspruch. Wie die Metapher ist sie offenkundig falsch, aber ihren kontrafaktischen Charakter verliert sie nicht durch Metaphorisierung. Jedem metaphorischen Sprachgebrauch liegt (in der Regel) eine im w\u00f6rtlichen Verst\u00e4ndnis falsche Aussage zugrunde, die zudem als so offenkundig erscheint, dass man die schlichte Falschheit der Aussage aufgrund der Konsequenzen f\u00fcr den gesamten argumentativen Zusammenhang nicht akzeptiert. Aber der metaphorische Sprachgebrauch beruht nicht auf einer kontrafaktischen Annahme. Zwar mag man durch sie zur Vermutung eines metaphorischen Sprachgebrauchs gelangen, doch bildet das dann den Anlass f\u00fcr den \u00dcbergang von einer w\u00f6rtlichen zu einer nichtw\u00f6rtlichen Verwendung, durch die das Kontrafaktische des metaphorischen Gebrauchs gerade eliminiert wird. Von Metaphern unterscheiden sich kontrafaktische Imaginationen, indem sie sich gerade nicht durch einen Bedeutungs\u00fcbergang (von einer w\u00f6rtlichen zu einer metaphorischen Bedeutung) wie die Metapher in ein Ganzes einer Argumentation, in der sie Verwendung finden, integrieren lassen. Aber genau das macht es so schwierig, Gebilde zu erkl\u00e4ren, die\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">secundum<\/em>\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">imaginationem per impossibile<\/em>\u00a0verfahren und die Verwendung in argumentierenden textuellen Kontexten finden.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Vorausgesetzt ist der Bestimmung zufolge, dass eine Imagination dann kontrafaktisch ist, wenn sie mit einem als gewiss angenommenen Wissen konfligiert, und anders als bei anderen Imaginationen ist es bei ihnen vergleichsweise leicht, das personen- und zeitbezogen einigerma\u00dfen zuverl\u00e4ssig festzustellen. Der Grund hierf\u00fcr ist zugleich der, der die Argumentationen\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">per imaginationem<\/em>\u00a0auf den ersten Blick so r\u00e4tselhaft erscheinen l\u00e4sst; denn diejenigen, die sie entwickeln und vortragen, lassen durchweg keinen Zweifel daran, dass sie um den kontrafaktischen Charakter ihrer Darbietungen wissen und dass ein solches Wissen auch dem Adressaten nicht verborgen zu bleiben braucht. Die kontrafaktische Imagination selbst bedarf nicht der Tarnung, so subversiv das in dieser Weise entfaltete Denken und wie unausgesprochen seine Konsequenzen auch sein mochten; eher schon kann der Modus der Kontrafaktizit\u00e4t eine T\u00e4uschung darstellen. Die T\u00e4uschungsabsicht k\u00f6nnte dadurch gegeben sein, dass man die allgemein geteilte epistemische Einstellung gegen\u00fcber bestimmten Wissensanspr\u00fcchen gerade nicht teilt, so dass die Imagination nur f\u00fcr den intendierten Leser, nicht aber f\u00fcr denjenigen, der sie vortr\u00e4gt, kontrafaktisch ist. Dann freilich handelt es sich nach dem hier angenommenen Verst\u00e4ndnis nicht mehr um eine kontrafaktische Imagination oder allenfalls um eine sehr spezielle Variante; denn diese Art der ,T\u00e4uschung\u2019 geht auf eine immer gegenw\u00e4rtige Maxime des effektiven Argumentierens zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Es handelt sich um die Maxime, dass es in der Regel zweckm\u00e4\u00dfig sei, allein von den\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">geteilten<\/em>\u00a0\u00dcberzeugungen der Adressaten auszugehen, wenn man f\u00fcr einen von ihnen bislang nicht geteilten Wissensanspruch argumentieren will. In zwei Varianten realisiert sich diese Maxime: als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">reductio<\/em>\u00a0und als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">dissimulatio<\/em>. Die<em style=\"font-weight: inherit;\">reductio<\/em>\u00a0liegt dann vor, wenn es sich um die hypothetische (vorl\u00e4ufige) Ausklammerung eigener \u00dcberzeugungen bei der Argumentation handelt, um<em style=\"font-weight: inherit;\">dissimulatio<\/em>\u00a0handelt es sich dann, wenn es das kontrafaktische Annehmen eines Konsenses mit denjenigen ist, die man zu \u00fcberzeugen gedenkt. Der Unterschied beider Varianten ist grundlegend: Bei der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">reductio<\/em>\u00a0klammert man etwas hypothetisch aus, was man selbst teilt, aber der andere nicht. Bei der<em style=\"font-weight: inherit;\">dissimulatio<\/em>\u00a0nimmt man etwas hypothetisch an, was man nicht teilt, aber der andere. Der Unterschied liegt im Ziel der Argumentation: Jemanden unter Verzicht auf bestimmte Beweismittel von der Wahrheit eines Wissensanspruchs zu \u00fcberzeugen und\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">damit<\/em>\u00a0zur Zustimmung zu veranlassen oder ihn (zun\u00e4chst) unter Annahme bestimmter Beweismittel zur Zustimmung zu einem Wissensanspruch zu veranlassen. Der Wissensanspruch, zu dem man ihn veranlasst, ist zwar im zweiten Fall auch wahr, aber die Gr\u00fcnde, die ihn zur Zustimmung veranlassen sollen, sind es nicht. In diesem Fall erzeugt man Zustimmung mit falschen Argumenten, in jenem mittels einer suboptimalen Argumentation. Die\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">dissimulatio<\/em>\u00a0l\u00e4sst sich dann zwar als kontrafaktisch auffassen, aber dieses Kontrafaktische deckt sich gerade nicht mit dem, was der Adressat als kontrafaktisch annimmt.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Allerdings ist noch eine weitere Abgrenzung erforderlich, die zugleich einen weiteren Aspekt kontrafaktischer Imaginationen beleuchtet. F\u00fcr einen Christen, so sehr er auch die\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo metaphysica<\/em>\u00a0und\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">physicalis<\/em>\u00a0von Wissensanspr\u00fcchen anerkennen mag, geschieht das mit einem Vorbehalt: Es handelt sich nur um eine menschliche Gewissheit, die gegen\u00fcber der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo<\/em>\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">divina<\/em>\u00a0immer nur<em style=\"font-weight: inherit;\">second best<\/em>\u00a0ist; ja mehr noch, es gibt Wissensanspr\u00fcche, die nach christlicher Vorstellung wahr sind, aber sowohl einem Wissen mit\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo metaphysica<\/em>\u00a0wie mit\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">physicalis<\/em>\u00a0widerstreiten k\u00f6nnen. Sie gelten dann als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">supra rationem<\/em>\u00a0oder<em style=\"font-weight: inherit;\">supra naturam<\/em>, mitunter sogar als\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">contra rationem<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">naturam<\/em>. Nun besagt das, anders als man vielleicht vermuten k\u00f6nnte, nicht viel \u00fcber das Ph\u00e4nomen der kontrafaktischen Imaginationen. Dass es der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo metaphysica<\/em>widersprechende kontrafaktische Imaginationen wohl nicht oder nur selten gab, d\u00fcrfte etwas damit zu tun haben, dass das, was der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo metaphysica<\/em>widerspricht, in der Regel als nicht vorstellbar oder als nicht imaginierbar oder als nicht denkbar galt. Wenn die Imaginationen auf Wissensanspr\u00fcchen beruhten, die aus menschlichen und g\u00f6ttlichen Gewissheiten zusammengesetzt sind, dann konnte es hingegen zu kontrafaktischen Imaginationen kommen. Ihren kontrafaktischen Charakter gewinnen sie dann gerade \u00fcber Exklusion \u2013 hierzu geh\u00f6ren denn auch die ber\u00fchmten\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Etiamsi-daremus-non-esse-Deum-<\/em>Konstruktionen, die auf der Annahme beruhen, es g\u00e4be keinen (christlichen) Gott, also der methodologische Atheismus.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Kontrafaktische Imaginationen im Bereich der Glaubenslehre sind\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">zum einen<\/em>allein angesichts des Weltwissens (zu einer bestimmten Zeit) kontrafaktisch, aber angesichts des \u00dcbernat\u00fcrlichen, des G\u00f6ttlichen sind sie es nicht; sie geh\u00f6ren dann zu den Mysterien des Glaubens;\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">zum anderen<\/em>\u00a0sind es Imaginationen, die bestimmte Konsequenzen der betreffenden theologischen Lehrst\u00fccke illustrieren, nach denen etwas zwar m\u00f6glich, aber nicht realisiert ist. Das, was in der christlichen Glaubenslehre der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo metaphysica<\/em>widerspricht, gilt als Glaubensmysterium und nicht als kontrafaktische Imagination; das, was in ihr der\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo<\/em>\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">physicalis<\/em>\u00a0widerstreitet, gilt ebenfalls nicht als kontrafaktische Imagination, sondern als Wunder, vorausgesetzt freilich, die Abweichung von der Natur wird nicht als durch das Handeln eines b\u00f6sartigen D\u00e4mons herbeigef\u00fchrt. Um so abweichender sich ein Wunder darstellt, desto mehr zeugt es von der Macht, die zum Abweichen vom\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">cursus naturae<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">vitae<\/em>\u00a0erforderlich ist, und desto sicherer l\u00e4sst sich auf die Gegenwart g\u00f6ttlichen Wirkens schlie\u00dfen. Grunds\u00e4tzlich Neues zu schaffen, bleibt der Allmacht Gottes vorbehalten. Die Frage, inwieweit der menschlichen Imagination die M\u00f6glichkeit zugesprochen wird, sich ein solches Neues<em style=\"font-weight: inherit;\">vorstellen<\/em>\u00a0zu k\u00f6nnen \u2013 also etwas, das nicht allein auf eine mehr oder weniger \u00fcberraschende Kombination und Verkn\u00fcpfung bestehender Elemente zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, wird in dem hier haupts\u00e4chlich interessierenden Zeitraum weithin verneint, und das scheint denn auch eine Grenze f\u00fcr die kontrafaktische Imagination in argumentierenden Kontexten zu sein.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Keine Frage ist, dass Wissensanspr\u00fcche, auch wenn man sie f\u00fcr falsch h\u00e4lt,<em style=\"font-weight: inherit;\">kognitive<\/em>\u00a0Zwecke erf\u00fcllen k\u00f6nnen: Denn aus einem falschen Wissensanspruch folgen in der Regel auch solche, die man f\u00fcr wahr h\u00e4lt \u2013 und in logisch trivialer Weise ist das immer der Fall. Doch sollte es mehr sein, was von der kognitiven Funktion bei einem so aufw\u00e4ndigen, weil so offenkundig falschen Unternehmen, als das sich kontrafaktische Imaginationen darbieten, zu erwarten ist \u2013 eben mehr als das triviale Folgern von wahren Wissensanspr\u00fcchen aus bekannt falschen, was zum Beispiel keine\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Begr\u00fcndungs<\/em>funktion f\u00fcr Wissensanspr\u00fcche zu erf\u00fcllen vermag. Es l\u00e4sst sich sogar vermuten, dass proportional zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit der Falschheit einer kontrafaktischen Imagination die Bedeutung ihrer kognitiven Funktion wachsen m\u00fcsste. Wenn man mitunter von<em style=\"font-weight: inherit;\">the paradox of thought<\/em>\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">experiment<\/em>\u00a0spricht, dann scheint das bei kontrafaktischen Imaginationen noch berechtigter zu sein. Denn sie sind nicht nur falsch, sondern so offensichtlich falsch, dass sie sich auch nicht mittels Gradationen anhand einer zumindest intuitiv nachvollziehbaren Skala von\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">mehr<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">weniger falsch<\/em>, von\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">mehr<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">weniger angemessen<\/em>\u00a0oder irgendeiner anderen Eigenschaft ihrer G\u00fcte diskriminieren zu lassen scheinen. Insonderheit stellt sich das Problem der Beliebigkeit derartiger Imaginationen, die mit Ausnahme der sinnwidrigen Imaginationen unbegrenzt zu sein scheinen \u2013 und das, so lie\u00dfe sich vermuten, spricht nicht f\u00fcr irgendeinen kognitiven Nutzen; von den M\u00f6glichkeiten ihrer<em style=\"font-weight: inherit;\">kritischen<\/em>\u00a0Er\u00f6rterung ganz zu schweigen.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Das, was dann verbleibt, ist im wesentlich die\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">reductio ad absurdum<\/em>, also das Aufzeigen einer Konsequenz eines Wissensanspruchs mittels kontrafaktischen Imaginierens, die falsch ist; oder es bleibt genau die Abgrenzung zu den sinnwidrigen Imaginationen. Dann erhalten diese kontrafaktischen Imaginationen ihre spezifische kognitive Funktion, indem sie mit dem Konzept der Vorstellbarkeit oder Denkbarkeit verbunden werden, wie es oftmals unausgesprochen, mitunter aber auch ausgesprochen geschieht. Das, was denkbar oder vorstellbar ist, ist nicht gebunden an das, was als wahr gilt. Doch erst dann, wenn diese Vorstellbarkeit oder Denkbarkeit, die sich durch kontrafaktisches Imaginieren pr\u00fcfen l\u00e4sst, als ein Kriterium oder Indikator f\u00fcr epistemische Eigenschaften gelten kann, ist eine entsprechende kognitive Funktion f\u00fcr diese Imaginationen mittels Vorstellbarkeit oder Denkbarkeit gegeben. Doch darin liegt auch ein Problem des historischen Wandels.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Die Regeln der Verkn\u00fcpfung w\u00e4ren dann: Wenn vorstellbar, dann auch m\u00f6glich \u2013 und\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">vice versa<\/em>; wenn nicht vorstellbar, dann auch nicht m\u00f6glich \u2013 und\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">vice versa<\/em>. Schon f\u00fcr einige scholastische Theologen und Philosophen, aber auch f\u00fcr Descartes, war die zweite Verkn\u00fcpfung nicht zul\u00e4ssig, n\u00e4mlich dass etwas, das (f\u00fcr den Menschen) nicht vorstellbar ist, auch (f\u00fcr Gott) unm\u00f6glich sei. Man kann sich zwar die Falschheit bestimmter mathematischer oder logischer Wahrheiten nicht ,vorstellen\u2019, wie Descartes betont, aber das schlie\u00dfe nicht aus, dass Gott sie h\u00e4tte falsch machen k\u00f6nnen, auch wenn es strittig ist, was Descartes mit dieser Imagination genau zu zeigen versucht. Anders als beispielsweise David Hume teilt man mittlerweile nicht mehr die Sicherheit, dass sich von der Vorstellbarkeit oder Denkbarkeit im allgemeinen auf bestimmte epistemische Merkmale von Wissensanspr\u00fcchen schlie\u00dfen lasse oder dass sie gar als Kriterien zum Sortieren von Wahrheit funktioniert \u2013 in den Logiken des 17. und 18. Jahrhunderts nicht un\u00fcblich gewesen ist, die\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">certitudo metaphysica<\/em>\u00a0(etwa als logische Wahrheit) als h\u00f6chste Gewissheit als das zu bestimmen, dessen Gegenteil nicht gedacht werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Doch der Eindruck dieser nur beschr\u00e4nkten Aufgabe t\u00e4uscht: Es finden sich andere Konstellationen f\u00fcr kontrafaktische Imaginationen, in denen sie nicht als willk\u00fcrlich erscheinen und die so die Vermutung bekr\u00e4ftigen, dass sie durchweg in bestimmten Konstellationen kognitive Aufgaben zu erf\u00fcllen verm\u00f6gen. Zwar gibt es f\u00fcr das vielgliedrige Ph\u00e4nomen der kontrafaktischen Imaginationen keine kognitiven Standardfunktionen, die sie gleichsam\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">per se<\/em>\u00a0erf\u00fcllen. Doch das, was sie zu leisten verm\u00f6gen, beschr\u00e4nkt sich nicht auf die\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">reductio ad absurdum<\/em>\u00a0oder auf imaginative\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">argumenta probantia<\/em>\u00a0oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">illustrantia<\/em>\u00a0f\u00fcr das Denkbare und Vorstellbare. In welcher Gestalt die von ihnen erbrachten Leistungen in Erscheinung treten, h\u00e4ngt von der epistemischen Situation ihrer Verwendung ab. Allein auf sie bezogen setzen sich solche Imaginationen nicht mehr dem Verdacht der Willk\u00fcrlichkeit aus, und in ihnen k\u00f6nnen sich dann sogar G\u00fctekriterien erzeugen, die kontrafaktische Imaginationen als mehr oder weniger\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">angemessen<\/em>\u00a0in bestimmten epistemischen Situationen und in Hinsicht auf bestimmte Argumentationszielen erscheinen lassen. Wichtig ist dabei, dass sich diese Situationen hinsichtlich ihres Wandels als elastischer darstellen, als man oftmals einzur\u00e4umen bereit ist, wenn man nach\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Diskontinuit\u00e4ten<\/em>,\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Spr\u00fcngen<\/em>oder\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Br\u00fcchen<\/em>\u00a0fahndet. Kontrafaktische Imaginationen k\u00f6nnen hinsichtlich ihres Auftretens und ihrer Beliebtheit sowie im Blick auf die von ihnen erwarteten Leistungen unbeschadet gr\u00f6\u00dfere Ver\u00e4nderungen der epistemischen Situation, in der sie eingef\u00fchrt werden, \u00fcberstehen, auch wenn die Wahrnehmung und Entfaltung ihrer kognitiven Meriten nicht jenseits solcher Situationen steht. Zwar k\u00f6nnen sie sich in ihnen auch zu unsinnigen Imaginationen verwandeln, doch vor allem k\u00f6nnen sie ihren kontrafaktischen Charakter verlieren.<br \/>\n<b><span style=\"font-style: inherit;\"><em style=\"font-weight: inherit;\">Verkn\u00fcpfungen<\/em><\/span><\/b><\/p>\n<ul style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><a style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\" href=\"https:\/\/fheh.org\/?page_id=422\">Hermeneutik um 1800: Philosophie, Besserverstehen und\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">sensus<\/em>\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">moralis<\/em><\/a><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><a style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\" href=\"https:\/\/fheh.org\/?page_id=1421\">Fundamente einer systematischen Metaphorologie der Wissenschaften<\/a><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><a style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\" href=\"https:\/\/fheh.org\/?page_id=43\"><em style=\"font-weight: inherit;\">Auctoritas<\/em>\u00a0und\u00a0<em style=\"font-weight: inherit;\">Testimonium<\/em>: Epistemologien der Glaubw\u00fcrdigkeit und des Vertrauens<\/a><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Konsens und Dissens: Konzeptionen epistemischer Intersubjektivit\u00e4t<\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><a style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\" href=\"https:\/\/fheh.org\/?page_id=48\">Intellektuelle Konflikte: Epistemologie und Rhetorik<\/a><\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><a style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\" href=\"https:\/\/fheh.org\/?page_id=1420\">Theorien der Fiktionalit\u00e4t<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\"><b><span style=\"font-style: inherit;\"><em style=\"font-weight: inherit;\">Vorarbeiten<\/em><\/span><\/b><\/p>\n<ol style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Lutz Dannberg, \u00dcberlegungen zu kontrafaktischen Imaginationen in argumentativen Kontexten und zu Beispielen ihrer Funktion in der Denkgeschichte. In: Toni Bernhart und Philipp Mehne (Hg.), Imagination und Innovation. Berlin 2006 (Beiheft 2 Paragrana), S. 73-100<\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">-: Epistemische Situationen, kognitive Asymmetrien und kontrafaktische Imaginationen. In: Lutz-Raphael und Heinz-Elmar Tenorth (Hg.), Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit. Exempel einer neuen Geistesgeschichte. M\u00fcnchen 2006, S. 193-221; <a href=\"https:\/\/fheh.org\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Tenorth.pdf\">erweiterte fheh-Fassung<\/a>\u00a012.2.2017.<\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">-:<a href=\"https:\/\/fheh.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/kontrafakt-v01.pdf\"> Kontrafaktische Imaginationen in der Hermeneutik und in der Lehre des Testimoniums<\/a>. Version 24. 10. 2009; erscheint in k\u00fcrzerer Fassung in: L.D., Carlos Spoerhase und Dirk Werle (Hg.), Begriffe, Metaphern und Imaginationen in der Wissenschaftsgeschichte. Erscheint Wiesbaden 2009, S. 287-449<\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">-: <a href=\"https:\/\/fheh.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Darstellung-V01.pdf\">Das Gesicht des Textes und die beseelte Gestalt des Menschen<\/a>: Formen der Textgestaltung und Visualisierung in wissenschaftlichen Texten \u2013 historische Voraussetzungen und methodische Probleme ihrer Beschreibung. Version 16. 07. 2012; FHEH-Preprint; in k\u00fcrzerer Fassung in: Nicolas Pethes und Sandra Pott (Hg.), Medizinische Schreibweisen. Ausdiffrenzierung und Transfer zwischen Medizin und Literatur (1600-1900). Berlin 2008, S. 13-72<\/li>\n<li style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Andrea Albrecht und Lutz Danneberg: First Steps Toward an Explication of\u00a0Counterfactual\u00a0Imagination. In: Dorothee Birke, Michael Butter und Tilmann K\u00f6ppe (Hg.), Counterfactual Thinking\/Counterfactual Writing. Berlin\/New York 2011<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\">Kontakt:\u00a0<a style=\"font-style: inherit; font-weight: inherit;\" href=\"https:\/\/fheh.org\/?page_id=2237\">Lutz Danneberg<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bearbeitung: Andrea Albrecht, Lutz Danneberg Bei der Untersuchung von kontrafaktischer Imaginationen soll der Ausdruck ,Imagination\u2019 als nicht problematisch gelten, wohingegen es zu charakterisieren gilt, wann Imaginationen\u00a0kontrafaktisch\u00a0sind. Obwohl im Mittelalter einige der Imaginationen, die sich als kontrafaktische ansprechen lassen, unter Ausdr\u00fccken wie\u00a0quaestiones secundum imaginationem,\u00a0per impossibile\u00a0oderpositio impossibilis\u00a0verhandelt finden, scheint es nicht unwichtig, anzugeben, was unter\u00a0kontrafaktischen Imaginationen\u00a0zu verstehen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":27,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/321"}],"collection":[{"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=321"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3115,"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/321\/revisions\/3115"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/27"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fheh.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}